Hotel NEPTUN am Strand in Warnemünde
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Emotionales Auf und Ab

von 13. November 2009 Allgemein, Meer, News, Vom Leben kommentieren?

17. StammgA�stewoche im NEPTUN, 20. Jahrestag des Mauerfalls, der freiwillige Tod eines Nationaltorwarts a�� die eigenen Gedanken dazu, der beste Freund wird 40. und ein sympathischer LeistungstrA�ger beendet seine Karriere

Eine Woche hat zwar immer nur 7 Tage, aber diese kA�nnen es ganz schA�n in sich haben. Wenn zumeist die Tage und die Wochen nur so dahinfliegen, viel zu schnell vergehen und kaum Zeit zum GenieAYen oder Nachdenken lassen, so gibt es manchmal eben auch Ausnahmen von dieser a�zNormalitA�ta�?.

Diese Woche ist eine solche Ausnahme.

ZunA�chst starte ich mit vielen bekannten und lieben GA�sten, unseren StammgA�sten eben, in eine fast normal erscheinende Hotelwoche. Der Terminkalender ist prall gefA?llt und verspricht angenehme wie auch nicht so beliebte Punkte.
Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein doch recht groAYes Hotel wie unseres, einen solch persA�nlichen und intensiven Kontakt zu seinen GA�sten pflegen kann. Hier im NEPTUN gibt es viele GA�ste, die die Mitarbeiter seit Jahren kennen und wo man sich gegenseitig schA�tzt. Im Alltagsleben eines Urlaubshotels sind solche Tage mit StammgA�sten besonders wertvoll und eine sehr schA�ne Erfahrung.

Am Beginn dieser Woche steht aber auch ein Jahrestag, der nicht nur mein Leben verA�ndert hat. Die Mauer, welche die beiden deutschen Staaten bis zu meinem 19. Lebensjahr trennte, ist seit zwanzig Jahren eingerissen. Da ich am Mittag dieses Tages einen Termin in Berlin habe, bekomme ich die Stimmung vor Ort live mit. Die Idee mit Dominosteinen die Mauer symbolisch nachzustellen und am Abend erneut einzureiAYen kann ich nun direkt vor Ort auf mich wirken lassen. Na ja, ein bisschen froh bin ich dann, als ich am Nachmittag die vA�llig abgesperrte Innenstadt Berlins wieder verlasse und zurA?ck nach Rostock fahre. Meine Gedanken kreisen immer wieder um diesen Tag vor 20 Jahren. Diesen habe ich a�znatA?rlicha�? beim Arbeiten im Hotel Neptun erlebt, konnte die Nachricht damals wie die meisten nicht glauben und sicher auch nicht einschA�tzen, wie sich mein Leben verA�ndern sollte. Den Abend verbringe ich mit meiner Frau, die ich ohne diesen Mauerfall nie kennenlernen gelernt hA�tte. Wir freuen uns gemeinsam, dass wir uns haben und lieben.

Diese eher gute und frA�hliche Stimmung der Woche wird jedoch am Dienstagabend jA�h getrA?bt. Nun, ich bin bekennender FuAYballfan und so trifft mich die Nachricht vom Selbstmord Robert Enkes ungeahnt heftig. Ich verfolge im Internet und im Fernsehen die Berichterstattung A?ber diesen tragischen Tod, bin schockiert, traurig und voller Fragen.
Ein Mensch, der A�uAYerlich gefestigt wirkt, erfolgreich und beliebt war, wie kann der eine solche Tat ausA?ben? Was bringt einen Menschen in eine solche Verzweiflung, dass er keinen Ausweg mehr sieht?
Warum lassen wir es zu, dass wir so miteinander umgehen?

Alles muAY immer schneller und besser funktionieren. Die Leistungen sind eigentlich nie gut genug, selbst wenn wir alles richtig machen. Wir fordern immer mehr von einander, sind nur sehr selten zufrieden und drehen die Schraube immer weiter und erhA�hen so den Druck. Menschen sind oft machtbesessen, egoistisch und arrogant.
Gemeinsame Freude A?ber Erreichtes, gegenseitige UnterstA?tzung auf dem Weg zum Erfolg und WertschA�tzung des jeweils anderen, solche Dinge haben oft keinen Platz in unserer Leistungsgesellschaft. Wenn interessiert es schon wirklich, wie es dem GegenA?ber geht und wer antwortet schon ehrlich auf die Frage nach dem Befinden?

Jeder von uns erlebt sicher in seinem Umfeld Menschen, die nicht tun, was sie sagen und nur das tun, was sie persA�nlich erfolgreich erscheinen lA�sst. Erfolg ist aber nicht allein glA?cklich machend, kann sogar zu einer unA?berwindbaren HA?rde werden, dass zeigt mir dieser Tod von Robert Enke.

Nach diesen schweren und bewegenden Emotionen um die Wochenmitte, kommt zum Ende der Woche ein anderes GefA?hl A?ber mich. Mein sehr guter Freund, mit dem ich seit der Einschulung viele Erlebnisse teile, wird 40 Jahre alt. Beginnt mit diesem runden Geburtstag nun ein neuer Lebensabschnitt? Ist man mit 40 eher alt oder beginnt jetzt die Phase der hA�chsten LeistungsfA�higkeit? Paart sich nun die bereits erworbene Erfahrung mit der noch vorhandenen kA�rperlichen Kraft zu einer neuen LebensqualitA�t? Meine SA�hne empfinden einen VierzigjA�hrigen durchaus als alt. Ich bin froh, wenn ich den Beiden z. B. bei sportlichen AnlA�ssen zeigen kann, dass ich nicht zum alten Eisen gehA�re. Und trotzdem denke ich A?ber diesen Geburtstag mehr nach, als A?ber alle bisherigen.

Das Wochenende wird dann wieder fuAYballbedingte Emotionen bringen. Der ehemalige KapitA�n des FC Hansa Rostock, Stefan Beinlich, wird seine Karriere offiziell beenden. Viele Hansafans werden ihm einen schA�nen und stimmungsvollen Nachmittag bereiten und hoffen sicher, dass die erfolgreicheren Zeiten des Vereins schnellstmA�glich zurA?ckkehren a�� wenn nun auch Stefan (Paule) Beinlich nicht mehr aktiv dabei mithelfen wird.
Am Abend kA�nnen wir im Hotel diesen Abschied vom ProfifuAYball, als Austragungsort der groAYen Party, begleiten und sind somit unmittelbar dabei, wenn Freunde und Familie mit diesem sympathischen Stefan Beinlich ein neues Kapitel in seiner Lebensgeschichte aufblA�ttern.

Eine Woche, die es wahrlich in sich hat. Nicht immer schA�n, immer aber intensiv und voll des Lebens.

Herzlichst
Ihr Guido ZA�llick

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