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Himmel und Erde

von 10. September 2009 Allgemein, Vom Leben kommentieren?

… ist ein uraltes Mecklenburger Gericht, das schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist. Seinen Namen verdankt es den Hauptbestandteilen, denn mit“Himmel“ sind Äpfel und mit „Erde“ die Kartoffeln gemeint.

Diese nostalgische Gaumenfreude ist mit einigen Abwandlungen auch den Holsteinern, Niedersachsen, Schwaben und Elsässern geläufig und jeder behauptet, dieses Mahl stamme aus seiner Region, was jedoch noch zu beweisen wäre… Die älteste Quelle, die ich hierzu fand, entstammt dem „Norddeutschen Kochbuch für die herrschaftliche sowie feinere, bürgerliche Küche“ aus der Hinstorff’schen Hofbuchhandlung zu Wismar aus dem Jahre 1898.

Quelle: Norddeutsches Kochbuch

Quelle: Norddeutsches Kochbuch

Passend zur derzeitigen Apfelernte möchte ich Ihnen das Rezept, das ich von meiner Mutter (sie wiederum von ihrer usw.) kenne, gern einmal zum Nachkochen verraten:

Toeerst up Platt:“Himmel un Ierd“ (Appel un Tüften)
Tüften mit ’n büten Solt un völ Water upsetten (as Tüftensupp). Wenn se binah gor sänd, denn afschellte, lüttsnäden, suer Appel (Boskoop) togäben (2/3 TA?ften – 1/3 Appel) un mit ’n bäten Zucker gorkaaken. Räkerspeck in Schieben snieden, in de Pann utbraden un in de fahrige Supp geiten orrer man ät de Speckschieben dortau.
 

Nun die „Übersetzung“ auf Hochdeutsch: „Himmel und Erde“

Kartoffeln mit etwas Salz und viel Wasser aufsetzen (als Kartoffelsuppe). Wenn diese fast gar sind, dann geschälte, klein geschnittene, saure Äpfel (Boskoop) dazu geben (2/3 Kartoffeln – 1/3 Äpfel) und mit etwas Zucker gar kochen. Räucherspeck in Scheiben schneiden, in der Pfanne ausbraten und in die fertige Suppe gießen oder man isst die Speckscheiben dazu.

Das Gericht ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber zumindest einen Versuch wert. Und da Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind, lässt sich darüber auch nicht streiten. Wohl bekomms!

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